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Sonntag, den 30.10.2011: br>
Nun sind wir eine Woche unterwegs und trotz schwerer Bedingungen haben wir unsere Hilfsarbeiten im äthiopischen Hochland begonnen. br> br>
Die Reise nach Chencha gestaltete sich weniger reibungslos, da wir mit einem unserer Jeeps eine Panne an der Kardanwelle hatten und somit für die fast 600km weite Fahrt von Addis einen zusätzlichen Tag für die Reparaturen benötigten.
Wir mussten in einem Hotel in Sodo übernachten, das aber mit 100 Birr pro Doppelzimmer (umgerechnet 4 Euro) ausgesprochen günstig war. br> br>
In Chencha konnten wir also mit einem Tag Verspätung unsere Arbeit beginnen. Das Haus für die Arbeit von Ecopia besitzt bereits ein Fundament.
Hier haben in den Tagen seit wir hier sind, auch die Bauarbeiten durch Bauleute aus Chencha begonnen. br> br>
Unsere Aufgabe in diesem ersten Jahr, in dem wir das Solarprojekt in Chencha anstoßen ist es, die nötige Infrastruktur für das Leven auf dem 4ha großen Grundstück von Ecopia zu schaffen:
Toiletten und Duschen. br> br>
Für uns selbst haben wir erst einmal ganz einfache Anlagen nur für die Dauer unseres Aufenthaltes angefertigt.
Für Ecopia geht es darum, solche Anlagen dauerhaft und nachhaltig auf dem Gelände hier zu schaffen.
Dabei handelt es sich nicht nur um gewöhnliche Duschen, sondern die von uns begonnenen Anlagen müssen auch ökologischen und nachhaltigen Kriterien genügen.
Dafür verwenden wir hiesige Materialien und ein kombiniertes Versorgungssystem: Wasser aus dem Fluss wird in Wassertonnen gebracht, die in ausreichender Höhe aufgestellt sind.
Das Wasser wird mit einem 75m langen Schlauch durch einen Kompost aus Pflanzen und Kuhmist geleitet, so dass das Wasser durch die dortige Wärme erhitzt wird und somit warmes Wasser zur Verfügung steht.
Die Toiletten sind über einem 1,30m tiefen Loch angebracht. Über dem Loch wird eine bewegliche Betonplatte gelegt.
Ist das Loch nach einiger Zeit gefüllt, wird die Betonplatte und bewegliche Hütte auf ein Nachbarloch gelegt. Der in der ersten Grube entstandene Kompost wird sodann
für die Kompostanlage zur Wassererhitzung verwendet. br> br>
Für das kommende Jahr hatten wir diese Tage die Idee das Wasser für die Anlage mit Hilfe einer ausreichend starken hydraulischen Pumpanlage aus einem nahe gelegenen Fluss zu pumpen.
Dies ist neben der Solaranlage ein neues Ziel unserer Hilfsarbeiten für Ecopia. br> br>
Schwierigkeiten verursachen die hier fehlenden Werkzeuge und teilweise nur sehr langsam zu bekommenden Materialien.
So sind wir froh, dank Rolf Terjungs Hilfe gute Werkzeuge wie Akkuschrauber, Wasserwaagen, Handschuhe sowie Schrauben und einen ausgezeichneten reichhaltigen Werkzeugkoffer mitgenommen zu haben. br> br>
Neben allem geht es uns hier ausgezeichnet! Wir schlafen in unseren mitgebrachten Zelten, werden von Helfern von Ecopia und sogar von Mitslal selbst liebevoll bekocht und wir haben innerhalb der Gruppe viel Freude an den Arbeiten hier. br>
Etwas anstrengend ist die Dorfbevölkerung vor allem die Kinder, die den ganzen Tag am Zaun des Grundstückes stehen und unsere Arbeit sehr erstaunt stundenlang bestaunen.
Da es in Chencha keinen Internetanschluss gibt, wird es erst in Addis vor unserer Rückreise am Freitag wieder neue Nachrichten geben.
(W.D.) br> br>
Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 30.10.2011 um 11:50 Uhr.
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